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Gelungene Premiere für neues Format des Staffellaufs auf dem Rennsteig

Datum: 22.06.2026


„Die Premiere des Rennsteigstaffellaufs im neuen Format ist geglückt“, freute sich Präsident Uwe Albus gestern im schönsten Ziel der Welt in Schmiedefeld und das, obwohl der 51-Jährige bei seinem Lauf selbst nicht gerade vom Glück verfolgt war. Der Erfurter verlief sich auf dem zweiten Streckenabschnitt und sammelte so einige zusätzliche Minuten für sein Team, der zweiten Mannschaft vom gastgebenden GutsMuths-Rennsteiglaufverein, das am Ende des 130 Kilometer-Staffellaufs Platz 6 belegte. „Mein Fehler – die Strecken im Wald verlangen volle Aufmerksamkeit des Läufers, da gibt es gar keine Diskussion“ so der Präsident. Er war nicht einzige, den an diesem Tag das Schicksal ereilte. Platzregen hatte vor dem Start und auf den ersten Streckenabschnitten den Streckenmarkierungen zugesetzt. Gut waren die Läufer beraten, die sich vor dem Start intensiv mit ihrer Etappe beschäftigt hatten – so wie Frank Wagner vom siegreichen Rennsteiglaufteam. „Ich kenne in der Gegend jeden Stein, dennoch bin ich meine Etappe vorher nochmal abgelaufen“, sagte der 39-Jährige geborene Steinbach-Hallenberger.


Rennsteiglaufverein holt sich nach 2017 wieder den Sieg

Sein Team meisterte die herausfordernde Strecke an dem Tag am besten von den 76 Männerteams. Adrian Panse hatte das Team auf dem ersten Streckenabschnitt in Front gebracht und einen 45 Sekunden Vorsprung auf den Startläufer der X-Runners Max Betsch herausgelaufen. Der übersah 3 Kilometer vor dem ersten Wechsel am Schneekopf eine Streckenmarkierung. Das kostete dem in den letzten Jahren immer erfolgreichen Team mehr als eine halbe Stunde, ein Rückstand, der gegen das starke Rennsteiglaufteam im weiteren Streckenverlauf nicht mehr aufzuholen war. Immerhin kämpften sich die Ostthüringer noch von Platz 4 auf den Silberrang vor. „Ich denke, es hätte für uns heute auch sportlich gereicht“, schätzte Teamchef Frank Wagner ein, der auf dem zweiten Streckabschnitt über die Schanze im Kanzlersgrund zum Grenzadler lief. „Wir waren in diesem Jahr stark besetzt. Marcel König, Mika Leimbach, Johannes Gerlof, Marcel Bräutigam, Christoph Weigel, Martin Militzke, André Skrowny und Christian Hommel sorgten dafür, dass der Vorsprung nie in Gefahr geriet. Am Ende setzten sie in 8:51:37 Stunden die Bestzeit für die neue Strecke. 30:51 Minuten dahinter liefen die X-Runners ins Ziel. Über Platz 3 freute sich das Laufteam Scheler. Den Männern vom SV Mihla gelang nach vielen Staffelteilnahmen in den letzten Jahren zum ersten Mal der Sprung aufs Podium.


Wintersportler durchqueren als erste das Zieltor in Schmiedefeld

Als Erste durchliefen in diesem Jahr kurz nach 14 Uhr, die in Orange gekleideten Wintersportler das Zieltor in Schmiedefeld. Das „Oßwald Ski-Mix-Team“ war wie alle 44 Mix- und 8 Frauenteams bereits um 5 Uhr in der Rennsteiglaufhalle in Schmiedefeld gestartet. Die Männer folgten wie in der Vergangenheit um 6 Uhr auf die Strecke. Startläufer Thomas Bing übergab am Adler als Dritter an Katherine Sauerbrey, die das Team auf ihrer Etappe erstmals in Front brachte. Magnus Danz sowie Max Haseney und Helen Hoffmann, die auf den Etappen 4 und 5 jeweils Bestzeit liefen, sorgten dafür, dass das Team bei Halbzeit in Frauenwald bereits einen beruhigenden Vorsprung vor dem Team „Green-Lightning“ der DHfK Leipzig herausgelaufen hatte. Tom Wagner, Lisa Lohmann, Seline Stadler, Kurt Sander und Nele Bittorf liefen im zweiten Teil einen souveränen Sieg heraus und erreichten nach 9:16:55 das Ziel mit 28:40 Minuten Vorsprung vor den Leipzigern, die sich nach Rang 3 im Vorjahr diesmal Silber sicherten. „Ich war positiv überrascht.Die Veranstalter haben die neue Streckenführung gut gemeistert“, sagte die Schlussläuferin im Ziel. Auch die Vorjahreszweiten vom Team „Jenaer Intervallexpress“, die diesmal mit 41:38 Minuten Dritte wurden wollen im nächsten Jahr wieder angreifen. Die Strecke war von den Höhenmetern anspruchsvoller und an einigen Stellen speziell für die Radbegleiter eine echte Herausforderung, sagte Dietrich Matthes, der sein Team vom 3. Streckenabschnitt an bis in Ziel begleitet. Zweimal musste er das Fahrrad dabei sogar schultern. „Die Trails waren aber auch geil mit dem Bike“, pflichtete sein Leipziger Kollege Matti Liebtreu bei.


Pleßgirls ungefährdet

Wie in den Vorjahren setzten sich bei den Frauenstaffeln die favorisierten „Pleßgirls“ durch. „Mal kein Start-Ziel-Sieg“ meinte Teambetreuer Jan Matthes nach dem ersten Wechsel von Anke Härtl als 3. auf Franziska Schneider, die als Schnellste auf ihrer Etappe zum Grenzadler nicht nur die „Harzer Hexen“ und die „Rhöner Mädels“ einholte, sondern auch mit 3 Minuten Vorsprung am Grenzadler auf Antonia Horn übergab. Die spulte in 56 Minuten mit Bestzeit auf ihrer Hausstrecke die Aufgabe ab, um anschließend gleich in ihre Oberhofer Pension zurückzukehren. „Ich muss heute noch Fenster streichen“, sagte sie zur Begründung, warum sie beim gemeinsamen Zieleinlauf fehlte. Clara Kintzel, Sandrine Hilke, die Europameisterin im Berglauf Gloria Herold, Helena Manzke, Cathrin Möller, Julia Stephan und Emma Domaus sorgten dafür, dass der Vorsprung nie in Gefahr geriet und das Team nach 10:30:23 Stunden mit fast einer Stunde Vorsprung auf die Harzer Hexen das Ziel erreichte. Die „X-Runner-Ladies“ belegten mit 1:43:16 Stunden Rückstand den 3. Platz.


Kompakteres Format löst Tradition ab

„War anders, aber genauso gut organisiert wie immer“, sagte ein Läufer im Ziel. Man habe mehr mitbekommen, wie es bei den anderen läuft oder eben auch mal die Täler gesehen, so ein anderer. Von den 129 gestarteten Staffeln erreichten 128 das Ziel. Waren früher „Notstarts“ für einen Großteil der Staffeln üblich, so war das diesmal kein Thema mehr. Um 17:07 Uhr erreichte das letzte Team 23 Minuten vor der gesetzten Zeit den Wechsel in Masserberg. Der Regen am Morgen und die Hitze im weiteren Rennverlauf verlangten den Läufern und Radbegleitern einiges ab. Insbesondere die „Königsetappe“ von Frauenwald bis Masserberg über 22 Kilometer war „Bürde, Ehre und Gradmesser“ zugleich, musste hier auch mangels Baumbewuchs viel in der Sonne gelaufen werden. „Wir haben an einigen Stellen noch Nachjustierungsbedarf erkannt. Aber es war auch so schon eine richtig gute Veranstaltung“, so der Präsident Uwe Albus. Er dankte allen Helfern, den Ordnern, Polizeikräften und Angehörigen der Bergwachten sowie den teilnehmenden Mannschaften, die diesmal dem Motto „Dem Rennsteig die Treue!“ folgend bei der 26. Auflage des Staffellaufs wieder dabei waren und im nächsten Jahr auch wieder kommen wollen. Der LTV Obereichsfeld kommentierte bei Facebook: „Es war uns ein Blumen pflücken. Mit Platz 13 blühte uns heute Trail-Glück pur. Und on top die volle Wetterbandbreite, hitzige Höhenmeter auf 134 Kilometer (+ 4, weil Pfeil übersehen), Wasserspaß, Rennsteig-Erleben und Teamgeist-Power mit jedem Schritt. DANKE für den Tag!“

Alle Ergebnisse: www.rennsteig-staffellauf.de

 

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